Meine Coming-Out-Story

von Daniel

Es war an einem Samstagabend im November. Ich hatte gerade meinen ersten eigenen Computer mit Internet-Anschluß in Betrieb genommen. Da suchte ich per Suchmaschinen gezielt Gay-Seiten und stieß auf Seiten wie DBNA und BRAVEBOY und musste feststellen, das es viele Leute gibt, die in der gleichen Situation waren, wie ich. Unter anderem fand ich auch die Webseiten der Jugendgruppe FRIENDS. Da mich diese Seiten ansprachen, schrieb ich eine Mail an diese Jugendgruppe, wusste natürlich nicht was ich schreiben sollte, habe eine Stunde für eine ultra Kurzmail gebraucht. . Einige Tage später bekam ich eine Antwort , total nett und ansprechend geschrieben.

Die Mail kam von Christian, er bot mir an, sich vorher mal mit ihm zu treffen, leider ist es dazu nicht gekommen, da es irgendwie terminlich nie richtig geklappt hat.

Habe dann meinen Mut zusammengenommen, und bin samstags nachmittags nach Dortmund gefahren und zur Gruppe ins Blu gegangen, hatte ja keine Ahnung, was mich dort erwartet.

Bin aber sehr nett aufgenommen worden, fand die Atmosphäre sehr angenehm, da es keinen Zwang zu irgendetwas gab. Ich habe mir vorher natürlich Gedanken gemacht. Es gab jedoch keine Vorstellungsrunde oder so. Alles ganz locker und unverbindlich.

In der Gruppe habe ich nette Leute kennen gelernt, und viel über das schwule Leben erfahren, wo man so hingeht und so. Im Anfang war es für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da ich mich mit diesem Thema kaum auseinander gesetzt hatte.

Über ein halbes Jahr später fing ich an mich zu outen, erst bei einer guten Freundin, dann bei meinen Cousinen. Jetzt bin ich froh das ich es getan habe, wollte nicht mehr lügen, was ich tue wohin ich gehe. Ein weiteres gutes halbes Jahr später habe ich mich dann auch bei meinen Eltern geoutet. Sie waren zwar ziemlich geschockt, aber nicht böse oder so. Mittlerweile gewöhnen sie sich daran, und setzen sich mit dem Thema auseinander, zumindest meine Mutter, für meinen Vater ist es noch schwieriger. Das Verhältnis zu meinen Eltern hat sich jedoch nicht geändert.

Hauptsächlich habe ich mich bei meinen Eltern geoutet, weil ich meine Eltern nicht weiter anlügen wollte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einen Freund, den wollte ich nicht weiter verstecken. Erhoffte mir ihn dann auch einfach mal mit nach Hause bringen konnte.